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Molekularbiologische Differenzierung der Toxintypen von Clostridium perfringens

 

 

Clostridium (C.) perfringens gehört zu den wichtigsten Krankheitserregern in der modernen Nutztierhaltung. Insbesondere bei Jungtieren spielt C. perfringens als Erreger von Enteritiden und Enterotoxämien eine Schlüsselrolle. Für einige Erkrankungen konnte gezeigt werden, dass die Pathogenese durch die Wirkung einzelner bakterieller Toxine bestimmt wird. Das Epsilon-Toxin der C. perfringens Typ D Stämme ist beispielsweise für die pathologischen Veränderungen bei der Enterotoxämie Typ D der Lämmer verantwortlich (Garcia et al. 2013, Infect. Imm.). Experimentell konnte weiterhin gezeigt werden, dass aviäre C.-perfringens-Stämme das NetB-Toxin bilden müssen, um die Enteritis necroticans des Geflügels hervorzurufen (Keyburn et al. 2008, PLoS Pathogens). Es besitzt aber nur ein kleiner Teil der C.-perfringens-Stämme die Gene für die genannten Toxine. Zur ätiologischen Abklärung einer Enteritis bzw. Enterotoxämie ist daher in vielen Fällen die Differenzierung des Toxintyps des C.-perfringens-Isolates geboten.  Mit der Neuausrichtung des Instituts für Bakteriologie und Mykologie wurde die PCR gestützte Differenzierung der C.-perfringens-Toxintypen bei uns etabliert und steht seit kurzem als diagnostische Dienstleistung zur Verfügung. C.-perfringens-Stämme werden von uns im Rahmen dieser Typisierung auf folgende Gene untersucht (s. auch Baums et al. 2004, Vet. Micro.): cpa (Alpha-Toxin), cpb (Beta-Toxin), cpb2 (Beta2-Toxin), etx (Epsilon-Toxin), cpe (Enterotoxin), iap (Iota-Toxin) und netB (NetB-Toxin). Die molekularbiologische Differenzierung von C. perfringens kostet 20 Euro (sowohl für ein eingeschicktes Isolat als auch für die weitere Differenzierung im Rahmen einer kulturellen Untersuchung).